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Anonym im Internet

6 Februar 2010

Nichts zu verbergen – Anonym in Internet

Kürzlich war ich in einer Polizei-Dienststelle. Während ich wartete, viel mein Blick auf drei Wandbilder.
Mittig war ein ehemalige Münchener Polizeipräsident aus den 70ern zu sehen und im linken sowie rechten Bild waren jeweils Textaushänge, in denen es um die Gründung des psychologischen Dienstes innerhalb der Polizei ging. Ein Satz ließ mich nachdenken.

Zitat: “Um Bürgern, die immer mehr ihre freiheitlich demokratischen Rechte wahrnehmen entsprechend entgegentreten zu können, wurde der psychologische Dienst geschaffen”.

Ja, gut. Das kann man jetzt sicher verschieden interpretieren. Ich lasse das einfach mal so als Anregung zum Nachdenken stehen, Kommentare dazu sind willkommen.
Dieses Zitat stammt im Übrigen aus den 80ern.

OK, wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten. Oder?

Angesichts der Geschehnisse vom 11. September, haben sich einige tiefgreifende Dinge für jeden Bürger geändert. War der Staat schon vorher ein Datensammler, ist er es seitdem noch mehr geworden. Ein besonderes Beispiel, die Vorratsdatenspeicherung.
Früher ermittelte man gegen Straftäter oder im konkreten Verdachtsfall, heute ermittelt man schon mal das ein oder andere präventiv (ist ja vom Gesetzt gedeckelt), denn es könnte ja sein, dass man es mal brauchen kann. Diese Entwicklung gibt schon Grund zur Sorge. Auch wer nichts zu verbergen hat ist von der Datensammlung betroffen. Gerade im Internet kann man schlecht abschätzen, über welche Verbindungswege Seitenaufrufe laufen und man kann ja nicht jedesmal vorher einen Trace machen. Wer auf Anonymität Wert legt, kann das aber dennoch und ohne technische Voraussetzungen bewerkstelligen.

Grundsätzlich muss man vorher unterscheiden, was man anonymisieren möchte. Soll es nur die Herkunftsadresse sein, kann man bspw. über den Anbieter anonym.to surfen, dort wird über ein Java-Script die Absprungseite verschleiert und stattdessen anonym.to in den Logs gezeigt.
Link: anonym.to – Script

Will man auch seine IP anonymisieren, gibt es dazu verschiedene Anbieter. Einer der bekanntesten Anbieter ist The Onion Router (TOR). TOR ist eine Initiative von Freiwilligen und ist daher kostenlos. Was freiwillige Initiativen in der Regel gemein haben ist Geldmangel. So ist auch die Technik von TOR nicht so ausgebaut, dass Sie einen zeitweiligen Massenansturm verkraften kann, was zur Folge hat, dass die Performance sowie die verfügbaren Ports variieren können und damit die erreichbaren Dienste zum Teil eingeschränkt sind.
Tor verschiebt die Nutzerdaten über mehrere Server, die jeweiligen Server der Kaskade können so nur die IP des vorhergenden Servers sehen. Am Ende der Kette ist es so unmöglich die Quelladresse des rufenden Rechners zu bestimmen.
Eine Übersicht von kostenlosen und kommerziellen Diensten wird vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung zur Verfügung gestellt, die im Januar 2009 einen Test dieser Dienste durchgeführt haben. Besonderes Augenmerk lag dabei auf Anonymisierungsqualität und Datenschutz.
Link: Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung – Test Internet Anonymisierungsdienste
Link: The Onion Router (TOR) – deutsch

Kommerzielle Dienste bieten häufig einen direkten Zugang über eine VPN-Verbindung. Sollte man sich für einen Anbieter entscheiden, der einen URL-Aufruf ermöglicht, sollte man keinesfalls offene Daten senden. Immer nur verschlüsselt, da ansonsten die Daten mitgelesen und daraus verschiedene Rückschlüsse auf Passwörter, Zugänge, Mailkonten etc. gezogen werden könnten.

Rechtlich ist das anonyme Surfen kein Problem, es gibt “noch” kein Gesetz dagegen.

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One Comment »

  • Bernhard sagt:

    Der Satz gibt wirklich zu denken, in jedem Fall hätte man ihn wesentlich besser formulieren können.

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